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Kommunales Starkregenrisikomanagement

Autor: Lisa Stapf
Artikel vom 23.05.2022

Die Gremien der vier Bühlertalgemeinden ermächtigten allesamt einstimmig im Februar 2022 die Gemeinde Obersontheim, einen Förderantrag für das Gemeinschaftsprojekt „kommunales Starkregenrisikomanagement“ einzureichen.

Mit Bewilligung dieses Antrags ging am 26.04.2022 der in voller Zuschusshöhe bewilligte Zuwendungsbescheid vom Regierungspräsidium Stuttgart – Abteilung Umwelt ein. Dies ermöglicht den am Projekt beteiligten Kommunen das Starkregenrisiko bewerten und entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung möglicher Schäden identifizieren zu können.

Das Land Baden-Württemberg bezuschusst in diesem Fall zuwendungsfähige Ausgaben in Höhe von 166.110 € und fördert somit 70% der Projektkosten. Neben der Zuwendung für Untersuchungsleistungen durch ein vom Land zertifiziertes Ingenieurbüro könnten darüber hinaus Schutzmaßnahmen, welche aufgrund der Untersuchungsergebnisse herausgearbeitet worden, mit 70% gefördert werden.

Auf Basis des positiv beschiedenen Zuwendungsbescheids beauftragte Obersontheim am 29.04.2022 für und im Namen des Gemeindeverbunds das Ingenieurbüro Winkler und Partner GmbH aus Stuttgart mit der Leistungserbringung. Der damit kommunizierte, offizielle Vorhabensbeginn ist zugleich der „Startschuss“ für die Durch-/ Ausführung des „kommunalen Starkregenrisikomanagements“, welches bis spätestens 30.09.2024 fertiggestellt sein soll.

Neben der in den Gremien erfolgten Vorstellung des Konzepts Starkregenrisikomanagement, ist es den Verwaltungen des Gemeindeverbunds ein besonderes Anliegen, der Bevölkerung der Gemeindegebiete grundlegende Informationen über die von Starkregen ausgehenden Gefahren zur Verfügung zu stellen.

Warum im Kommunalverbund?

Da bei der Gefährdungslage „Starkregen“ ober- und unterliegerrelevante Gebiete direkt involviert und in gegenseitiger Abhängigkeit voneinander sind, schließen sich die umliegenden Gemeinden Bühlertann, Bühlerzell, Obersontheim und die Stadt Vellberg zusammen, um das Projekt Starkregenrisikomanagement gemeinsam anzugehen. Dies schafft nicht nur Synergieeffekte sondern trägt auch der Tatsache Rechnung, dass Wasser in seinem Abfluss und Niederschlag NICHT vor Gemeindegrenzen „halt macht“. Nur gemeinsam lassen sich Maßnahmen im öffentlichen und privaten Bereich übergreifend koordinieren und aufeinander abstimmen, um in einem integrativen Handlungskonzept die größtmögliche Wirksamkeit in Bezug auf die Risikominimierung zu erreichen.

Was bedeutet Starkregenrisikomanagement?

  • Starkregenrisikomanagement integriert und implementiert eine praxisorientierte Hilfestellung samt Handlungsanleitungen, um das Starkregenrisiko bewerten und entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung möglicher Schäden identifizieren zu können. Die Maßnahmen im öffentlichen und privaten Bereich müssen übergreifend koordiniert und aufeinander abgestimmt werden, um in einem integrativen Handlungskonzept die größtmögliche Wirksamkeit in Bezug auf die Risikominimierung zu erreichen. Daher sollten Maßnahmen zur Gefahrenabwehr durch Starkregen konzeptionell und gesamtschaulich von der Kommune geplant und koordiniert werden.
  • Die Vorgehensweise der Analyse umfasst drei Themenfelder
    • Hydraulische Gefährdungsanalyse
    • Risikoanalyse
    • Handlungskonzept

Was ist Starkregen?

Im Unterschied zu Hochwasser kennzeichnet Starkregen:

  • eine sehr kurze bzw. keine Vorwarnzeit
  • kann zu erheblichen Schäden führen
  • führt zu Oberflächenabflüssen, die auch entfernt von Gewässern stattfinden können
  • nur in geringem Maß im Risikobewusstsein der Bevölkerung und der Kommunen verankert

Starkregenrisikomanagement:

  • soll die potenzielle Überflutungsgefährdung darstellen
  • hilft, potenzielle Schäden abzuschätzen und zu bewerten
  • soll Risiken ermitteln
  • soll Schäden durch geeignete Vorsorgemaßnahmen reduzieren

Starkregen ist das Abweichen vom „Üblichen“ – In Deutschland spricht man von Starkregen, wenn in fünf Minuten mehr als fünf Liter, in zehn Minuten mehr als zehn Liter oder in einer Stunde mehr als 17 Liter jeweils pro Quadratmeter fallen. (Quelle vgl. Heinrich-Böll-Stiftung)

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